{"id":21,"date":"2014-10-21T22:07:13","date_gmt":"2014-10-21T20:07:13","guid":{"rendered":"http:\/\/sanformatiker.net\/?p=21"},"modified":"2014-10-23T21:06:23","modified_gmt":"2014-10-23T19:06:23","slug":"mac-mini-late-2014-keksdose-zum-abgewoehnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sanformatiker.net\/?p=21","title":{"rendered":"Mac mini (Late 2014) \u2013 Keksdose zum abgew\u00f6hnen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Der Mac mini hatte schon immer eine besondere Rolle in Apples Sortiment. Die kleine Keksdose war anfangs als &#8222;Einsteiger&#8220;-Mac konzipiert, der Switcher von Windows zum Mac locken sollte, was zuvor h\u00e4ufig am hohen Einstiegspreis in die Mac-Welt scheiterte. Der PowerMac lag preislich, wenn man nur mal rein schnuppern wollte, jenseits von Gut und B\u00f6se; auch wenn das Verh\u00e4ltnis von Preis zur Leistung nat\u00fcrlich stimmte. Der iMac war f\u00fcr die Zielgruppe, die eigentlich schon Tastatur, Bildschirm und Maus besa\u00df, auch eine Kategorie zu teuer, da man all dies dort mitgeliefert bekam und auch mitbezahlen musste. Die Rolle als Einstiegsdroge behielt der mini zwar immer bei, aber mit der Zeit sah man auch bei Apple, dass dieser Rechner zu mehr taugte und brachte zum Beispiel auch eine Server-Version auf den Markt. Bis letzte Woche war der Mac mini dann auch der letzte Desktop-Mac, an dem man vieles noch relativ problemlos selber tauschen und aufr\u00fcsten konnte. Der einzige gro\u00dfe Haken: Das Ger\u00e4t wurde seit 2012 nicht mehr aktualisiert und basierte so noch auf der Ivy Bridgy-Plattform von Intel. Dies hat sich nun am letzten Donnerstag auf dem Presse-Event mit dem neuen Mac mini (Late 2014) ge\u00e4ndert. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Viele hatten den Mac mini schon tot gesagt, da eben seit \u00fcber zwei Jahren keine Aktualisierung mehr auf den Markt kam. Wenn man aber den Mac mini (Late 2014) betrachtet, muss man auch feststellen, dass ein wirkliches Bekenntnis zu diesem Modell anders aussieht. Ich will mal mit dem Positiven am neuen Mac mini anfangen: Die beiden kleinen Modelle sind tats\u00e4chlich ca. 100\u20ac g\u00fcnstiger geworden und die integrierte Grafik ist mit der Intel HD5000 (im kleinen Modell) bzw. der Intel Iris (in den beiden gro\u00dfen Modellen) besser geworden. Daf\u00fcr darf man allerdings einige Kr\u00f6ten schlucken&#8230;<\/p>\n<p><strong>Die Prozessoren<\/strong><\/p>\n<p>Es beginnt mit den neuen Prozessoren. Apple hat sich hier wieder f\u00fcr Notebook-Prozessoren entschieden, die nun aus der aktuellen Haswell-Architektur stammen. Das Basismodell kommt hier aber mit einem Basistakt von nur 1.4 GHz daher und hat zwei Kerne. Das ist zwar auf den ersten Blick deutlich weniger als beim alten Mac mini von 2012, der seine beiden Kerne mit einem Basistakt von 2.5 GHz betreibt, aber da beide CPUs bei Bedarf hochtakten k\u00f6nnen (Late 2012 bis zu 3.1 GHz, Late 2014 bis zu 2.7 GHz), f\u00e4llt der Unterschied in Geekbench bei der Messung der Einkern-Leistung gering aus und hier liegt das neue 2014er-Modell sogar minimal vorne. Aber schon bei der Mehrkern-Leistung sieht das wieder anders aus. Hier hat der 2012er dann schon knapp die Nase vorne. <\/p>\n<p>Bei den beiden gro\u00dfen Modellen sieht der Vergleich dann schon ganz anders aus. Hier boten die 2012er-Modelle noch einen Core i7 mit 2.3 GHz Basistakt auf und diese konnten bei Bedarf bis auf 3.3 GHz beschleunigen. Optional konnte man sich bei Apple auch einen 2.6 GHz-Chip ordern, der sogar bis zu 3.6 GHz erreichen konnte. Die neuen 2014er-Minis kommen hier auf 2.6 GHz bzw. 2.8 GHz Basistakt und k\u00f6nnen auf bis zu 3.1 GHz bzw. 3.3 GHz aufdrehen. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Modellen liegt hier aber bei der Zahl der Rechenkerne: W\u00e4hrend die beiden gr\u00f6\u00dferen Mac mini von 2012 noch vier Kerne mitbrachten, gibt es beim Mac mini von 2014 nur noch zwei Kerne \u2013 also nur halb soviele. So verwundert auch das Geekbench-Ergebnis kaum: W\u00e4hrend die 2014er dank leicht besserer Grafik, modernerer CPU-Architektur und leicht h\u00f6herem Basistakt im Einkern-Betrieb noch minimal im Vorteil liegen, fallen sie im Mehrkern-Betrieb deutlich zur\u00fcck. Sprich bei Aufgaben, die sich gut auf mehrere Kerne verteilen lassen oder beim Einsatz von mehreren Programmen, liegt der immerhin \u00fcber zwei Jahre alte Mac mini deutlich vorne und ist flotter. Leider l\u00e4sst sich das auch nicht durch eine CTO-Option \u00e4ndern. <\/p>\n<p>In der Netzgemeinde wird gemunkelt, dass der Grund daf\u00fcr darin liegt, dass die Sockel von Dual- und Quad-Core-Prozessoren bei den Haswell-Prozessoren nicht kompatibel sind und Apple sich so beim Mac mini ein zweites Logicboard-Design f\u00fcr ein Quad-Core-Modell sparen wollte. Und in der Tat ist auf die schnelle kein Quad-Core-Haswell zu finden, der mit den gleichen Anschl\u00fcssen, wie die aktuell verwendeten Dual-Cores ausgestattet w\u00e4re. Ich finde, dass Apple hier ganz klar an der falschen Stelle gesprart hat, aber leider bleibt die geringere Leistung nicht der einzige Haken, den der neue Mac mini mitbringt.<\/p>\n<p><strong>Sonstige Ausstattung, Wartbarkeit und Aufr\u00fcstung<\/strong><\/p>\n<p>Ansonsten birgt die Ausstattung der neuen Modelle keinen gro\u00dfen \u00dcberraschungen. Neu an Bord sind bei allen Modellen zwei Thunderbolt 2-Anschl\u00fcsse und WLAN nach IEEE802.11ac, daf\u00fcr gibt es keinen FireWire 800-Anschluss mehr. Das Server-Modell ist leider entfallen, daf\u00fcr gibt es im gr\u00f6ssten Modell nun statt einer einfachen Festplatte ein Fusion-Drive mit 1 TB. Ein Modell mit zwei Festplatten ist nicht mehr vorgesehen, der zweite interne SATA-Anschluss wurde eingespart. Beim Arbeitsspeicher bieten die beiden gr\u00f6sseren Modelle nun mit 8 GB immerhin doppelt soviel Speicher, wenn man mit dem 2012er Mini vergleicht. Daf\u00fcr gibt es beim Arbeitsspeicher einen neuen ganz massiven Haken: Er ist nachtr\u00e4glich nicht mehr aufr\u00fcstbar!<\/p>\n<p>Wie in der Einleitung erw\u00e4hnt, war der Mac mini bisher der mit am besten wartbare und aufr\u00fcstbare Desktop-Mac im Sortiment. Generell scheint Apple der Gedanke, dass die Kundschaft an ihrem immerhin teuer gekauftem Eigentum selber herumschraubt, ja schon seit Jahren schlaflose N\u00e4chte zu bereiten. Dies sieht man an verklebten Akkus im MacBook Pro, exotischen Pentalobe-Schrauben am iPhone oder auch an verklebten iMac-Scheiben. Der Zugang zum Ger\u00e4t wurde hier zunehmend f\u00fcr den Bastler schwieriger. Der Mac mini war noch eine der wenigen Ausnahmen, auch wenn durch den kleinen Formfaktor schon ein wenig Fingerfertigkeit erforderlich war, war hier nichts verklebt und es wurden relativ handels\u00fcbliche Schrauben verwendet, so dass passendes Werkzeug kein Problem war. Der Zugang zum RAM war durch die leicht abnehmbare Platte im Boden ein Kinderspiel. <\/p>\n<p>Mit dem neuen Mac mini hat sich hier leider einiges ge\u00e4ndert. Auch hier die gute Nachricht zum Beginn: Weiterhin sind alle Bauteile relativ gut zug\u00e4nglich und nichts ist verklebt, wie bei anderen Baureihen inzwischen leider \u00fcblich. Das war es dann auch auf der Haben-Seite. Es beginnt mit dem Arbeitsspeicher: Dieser ist beim neuen Modell verl\u00f6tet und somit wie oben schon erw\u00e4hnt nicht mehr aufr\u00fcstbar! Man muss sich also schon beim Kauf sehr genau \u00fcberlegen, wie viel Arbeitsspeicher der neue Rechner mitbringen soll. Die Festplatte ist zwar weiter austauschbar, aber auch hier hat Apple eine neue k\u00fcnstliche H\u00fcrde errichtet. Hat man den Decker im Boden demontiert, blickt man nicht mehr wie noch beim alten Modell auf die Platine mit den RAM-Steckpl\u00e4tzen, sondern auf eine Metallplatte. Diese ist mit Schrauben gesichert, allerdings setzt Apple hier auf relativ un\u00fcbliche Schrauben. Nach Torx und Pentalobe kommt hier nun eine spezielle Sicherheits-Torx-Version zum Einsatz.\u00a0F\u00fcr den versierten Bastler sicher kein unl\u00f6sbares Problem, aber h\u00e4ufig d\u00fcrfte der passende Schraubendreher nicht vorhanden sein. <\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Fast alles, was den Mac mini bisher ausgemacht hat und ihn auch f\u00fcr andere Zielgruppen als Einsteiger interessant machte, bringt der neue Mac mini nicht mehr mit. Wartbarkeit und Aufr\u00fcstbarkeit sind praktisch gestrichen, die Rechenleistung ist abseits des Basis-Modells sogar gesunken. In der Summe ist der neue Mac mini also ein Ger\u00e4t um sich diese Baureihe abzugew\u00f6hnen. F\u00fcr Einsteiger, die mal in die Mac-Plattform rein schnuppern wollen, ist das Basismodell \u2013 nicht zuletzt durch den gesunkenen Preis \u2013 sicher noch attraktiv, aber gerade die gr\u00f6sseren Modelle sind verglichen mit dem zwei Jahre alten Mac mini (Late 2012) absolut keine Empfehlung. Schade um die kleine sympathische Keksdose. <\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.macerkopf.de\/2014\/10\/20\/mac-mini-2014-multi-core-leistung-sinkt-im-vergleich-zum-vorgaenger\/\" title=\"Macerkopf.de: Mac Mini 2014: Multi-Core-Leistung sinkt im Vergleich zum Vorg\u00e4nger\" target=\"_blank\" >Macerkopf.de: Mac Mini 2014: Multi-Core-Leistung sinkt im Vergleich zum Vorg\u00e4nger<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.ifixit.com\/Teardown\/Mac+Mini+Late+2014+Teardown\/30410?utm_medium=email&#038;utm_campaign=Mac+Mini+Teardown&#038;utm_content=Mac+Mini+Teardown+CID_75f02112cfe424283d1a5e76e5eeee32&#038;utm_source=CampaignMonitor\" title=\"ifixit.com: Mac Mini Late 2014 Teardown\" target=\"_blank\">ifixit.com: Mac Mini Late 2014 Teardown <\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/store.apple.com\/de\/buy-mac\/mac-mini\" title=\"Apple Store: Mac mini kaufen\" target=\"_blank\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mac mini hatte schon immer eine besondere Rolle in Apples Sortiment. 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